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Bitpanda-IPO: Preisspanne von 14 bis 17 Euro, Bewertung bei 4,2 Milliarden Euro

Der Wiener Krypto-Broker konkretisiert seine Listing-Pläne in Frankfurt. Die finale Preisspanne liegt am unteren Rand der Markterwartungen, das Bookbuilding läuft bis 3. Juni.

Option News Redaktion · 26. Mai 2026 · 5 Min. Lesezeit

Bitpanda IPO Update Juni 2026

Der Wiener Krypto-Broker Bitpanda hat am Dienstag, dem 26. Mai 2026, die finale Preisspanne für seinen Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse bekanntgegeben. Die Aktien werden in einer Spanne von 14 bis 17 Euro angeboten, was am oberen Ende der Range einer Marktkapitalisierung von rund 4,2 Milliarden Euro entspricht. Das Bookbuilding läuft vom 28. Mai bis zum 3. Juni, der erste Handelstag ist für Freitag, 5. Juni vorgesehen. Joint Bookrunner sind Goldman Sachs, JPMorgan und die Erste Group, technische Listing-Partner ist Morgan Stanley.

Was die Preisspanne signalisiert

Die Spanne liegt am unteren Rand dessen, was Analysten im April noch mit 16 bis 20 Euro veranschlagt hatten. Bitpanda-CEO Eric Demuth begründete den vorsichtigen Ansatz in einem Investor Call mit dem "aktuell selektiveren Retail-Sentiment" und der "weiterhin nicht abgeschlossenen MiCA-Adjustierung der Vergleichsmultiples". Der Bewertungskorridor entspricht damit dem 5,8- bis 7,1-fachen des für 2025 ausgewiesenen Nettoumsatzes von 720 Millionen Euro — deutlich unter dem Multiple, mit dem Coinbase nach seinem Direct Listing 2021 gehandelt wurde, aber im Rahmen dessen, was europäische Fintech-Listings seit 2024 erzielen. Das Emissionsvolumen liegt bei rund 480 Millionen Euro brutto, davon entfallen 280 Millionen auf eine Kapitalerhöhung und 200 Millionen auf Umplatzierungen bestehender Aktionäre. Die Greenshoe-Option beträgt zusätzliche 15 Prozent.

Wer verkauft und wer hält

Auf der Verkäuferseite steht prominent der Founders Fund von Peter Thiel, der seine im Jahr 2021 erworbene Beteiligung im Rahmen des IPO teilweise reduziert — von rund 12 auf 7,5 Prozent. Der österreichische Frühphaseninvestor Speedinvest bleibt nach Prospekt-Angaben unverändert investiert und unterliegt einer Lock-up-Periode von 360 Tagen. Auch die Gründer Demuth und Paul Klanschek verkaufen keine Aktien und sind über eine Sperrfrist von 180 Tagen an das Unternehmen gebunden. Diese Insider-Lock-ups gelten in der Branche als positives Signal, da sie das Risiko eines Kursdrucks unmittelbar nach Notierungsaufnahme reduzieren.

Für private Anleger im DACH-Raum ist die Zuteilung über die meisten heimischen Broker möglich, darunter Erste Group, BAWAG, Flatex, Trade Republic und Scalable Capital. Mindestzuteilungen liegen je nach Broker zwischen 50 und 100 Stück; die historische Erfahrung bei europäischen Tech-IPOs zeigt allerdings, dass die tatsächliche Zuteilung bei überzeichneten Emissionen häufig auf 10 bis 30 Prozent der Zeichnung sinkt. Bitpanda wird laut Zeichnungsbüchern in den ersten zwei Bookbuilding-Tagen bereits zweifach überzeichnet sein, was eine Zuteilung am unteren Ende der Spanne wahrscheinlich macht. Wer in den ersten Handelstagen eine deutliche Kursbewegung erwartet, sollte den seit MiCA übliche Volatilitätsrahmen einkalkulieren — Coinbase hatte am ersten Handelstag 2021 zeitweise 50 Prozent über und unter dem Referenzpreis notiert, eine Bandbreite, die für Bitpanda zwar geringer ausfallen dürfte, aber nicht ausgeschlossen ist. Eine ausführliche Bewertungsanalyse zum Geschäftsmodell, zur Wettbewerbssituation gegenüber Bison und Trade Republic Crypto sowie zu den Risiken aus der MiCA-Regulierung haben wir in unserer Bitpanda-IPO-Analyse 2026 zusammengefasst.