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Arbeitslosenquote Österreich Mai 2026: Leichter Anstieg auf 7,2 Prozent

Statistik Austria meldet einen saisonbereinigten Anstieg von 6,9 auf 7,2 Prozent. Tirol und Vorarlberg profitieren weiterhin vom Tourismus, Wien zeigt strukturelle Schwächen.

Option News Redaktion · 26. Mai 2026 · 4 Min. Lesezeit

Arbeitslosenquote Österreich Mai 2026

Die Arbeitslosenquote in Österreich ist im Mai 2026 saisonbereinigt von 6,9 auf 7,2 Prozent gestiegen. Das geht aus den am 26. Mai 2026 veröffentlichten Daten von Statistik Austria und Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Nach internationaler Eurostat-Definition liegt die Quote bei 5,1 Prozent, womit Österreich weiterhin spürbar über dem Euroraum-Durchschnitt von 6,3 Prozent rangiert. Absolut waren beim AMS im Mai 355.420 Personen als arbeitslos vorgemerkt, ein Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die regionale Spreizung bleibt das Strukturmerkmal des österreichischen Arbeitsmarkts. Die westlichen Tourismusländer profitieren vom überdurchschnittlich guten Frühjahrsgeschäft, während die Ballungsräume Wien und Linz schwächere Werte ausweisen.

| Bundesland | Arbeitslosenquote Mai 2026 | Veränderung ggü. Mai 2025 | | --- | --- | --- | | Wien | 9,8 % | +0,7 pp | | Niederösterreich | 6,1 % | +0,4 pp | | Oberösterreich | 5,4 % | +0,5 pp | | Steiermark | 6,2 % | +0,3 pp | | Kärnten | 6,8 % | +0,2 pp | | Salzburg | 4,7 % | +0,1 pp | | Tirol | 4,2 % | −0,1 pp | | Vorarlberg | 4,5 % | +0,0 pp | | Burgenland | 6,9 % | +0,5 pp |

In der sektoralen Aufschlüsselung sticht die Bauwirtschaft heraus. Hier kletterte die Arbeitslosigkeit gegenüber Mai 2025 um 11,3 Prozent, ein direktes Echo des Rückgangs bei Wohnbaubewilligungen und der weiterhin verhaltenen Investitionsbereitschaft öffentlicher Auftraggeber. Auch im Handel — insbesondere im stationären Einzelhandel — zeigt sich mit einem Plus von 6,8 Prozent eine deutliche Eintrübung. Stabilisierend wirken Gesundheits- und Sozialwesen (−0,4 Prozent), Information und Kommunikation (+0,9 Prozent, also nahe Vorjahresniveau) sowie der weiterhin angespannte Personalmarkt in der Pflege, wo offene Stellen die Vermittlungsfähigkeit der AMS-Datenbank übersteigen. Insgesamt waren im Mai 84.110 offene Stellen beim AMS gemeldet, ein Rückgang um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Konjunkturell fügt sich der Anstieg in die Frühjahrsprognose des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) ein, das für 2026 ein BIP-Wachstum von nur 0,7 Prozent erwartet. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr verwies in seiner jüngsten Stellungnahme auf den "gleichzeitigen Druck" von schwächerer Auslandsnachfrage, restriktiver deutscher Industriekonjunktur und nachlassendem Bauimpuls. Die deutsche Schwäche ist für Österreich besonders relevant, da rund 30 Prozent der Warenexporte in den nördlichen Nachbarmarkt fließen. Auch im Tourismusbereich, der in Tirol, Salzburg und Vorarlberg traditionell entlastend wirkt, zeigt sich nach einem starken Frühjahr eine leicht abkühlende Buchungslage für das Sommerhalbjahr, was die regionalen Quoten in den kommenden Monaten ebenfalls beeinflussen könnte. Für die Geldpolitik hat die österreichische Zahl wenig direkten Hebel, sie bestätigt aber das gesamteuropäische Bild eines schrittweisen, aber unvollständigen Aufschwungs. Eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt wird vom AMS erst im Spätsommer erwartet, sofern die EZB ihre Lockerung wie erwartet fortsetzt und der private Konsum im dritten Quartal anspringt.